Augen

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Inhalt

1. Editorial
2.Leipziger Buchmesse
3. Termine und Informationen
4. Buchempfehlungen
5. Ihre Unterstützung
6. Abonnement und Kontakt
7.Impressum

1. Editorial

Liebe Freundinnen und Freunde des Sächsischen Psychiatriemuseums,
auch in diesem Jahr sind das Sächsische Psychiatriemuseum und der Durchblick e.V. Partner der Leipziger Buchmesse. Wir möchten Sie über die Veranstaltungen in unserem Haus informieren, die sich hauptsächlich mit Themen der Psychiatriegeschichte beschäftigen.
Bitte beachten Sie auch die Ausstellungshinweise und Buchempfehlungen in diesem Newsletter.
Ich würde mich freuen, Sie bei uns begrüßen zu können.
Ihr Thomas R. Müller Sächsisches Psychiatriemuseum

2. Leipziger Buchmesse

Zur Leipziger Buchmesse sind das Sächsische Psychiatriemuseum und der Durchblick e.V. Ausrichter bzw. Veranstaltungsort für eine Reihe von Lesungen und Buchpräsentationen.
Am Donnerstag, 15.3. um 14.30 Uhr findet unter dem Titel »Genie & Wahnsinn« eine psychiatriegeschichtliche Stadtführung statt.
Um 19 Uhr stellen die Herausgeber Ekkehard Kumbier und Holger Steinberg das Buch »Psychiatrie in der DDR« vor, in dem erstmals ein großes Spektrum wissenschaftlicher Arbeiten zu diesem Thema zusammengeführt ist.
Am Freitag, 16.3. um 17.30 Uhr liest die Leipziger Autorin Cornelia Lotter aus ihrem neuesten Roman »Birkensommer«, in dem sie sich dem Thema der NS-»Euthanasie«-Verbrechen widmet.
Um 19:30 dreht sich wieder alles um den Alltag in einem volkskundlichen Institut in Amsterdam. Der siebenbändige Romanzyklus »Das Büro« von J.J. Voskuil war in den Niederlanden ein Beststeller und ist bis 2017 im Verbrecher Verlag erschienen. Der Übersetzer Gerd Busse, Lektor Ulrich Faure und Wolfgang Schiffer (Lesung) sind bereits zum fünften Mal bei uns zu Gast. Das große Finale!
Am Sonnabend, 17. März um 15:30 Uhr begibt sich Wolfgang Werner mit seinem Lese,- Lern- und Reisebuch »Im Herzen meines Herzens« auf eine Kunstreise durch das Land der Psychiatrie.
Um 19:30 Uhr spricht die Psychologin Lydia Benecke in einem Mulitmediavortrag über »Psychopatinnen«.
Genaue Informationen zu den einzelnen Veranstaltungen unter 3.1. Termine.

3. Termine und Informationen

3.1. Veranstaltungen im Psychiatriemuseum zur Leipziger Buchmesse

15. März um 14:30 Uhr

Psychiatriegeschichtliche Stadtführung
"
Zwischen Genie & Wahnsinn"
Dichter und Denker in Leipzig
Mit Thomas R. Müller (Sächsisches Psychiatriemuseum)
Gibt es eine Beziehung zwischen Genie und Wahnsinn? Auf der Suche nach Antworten auf diese vieldiskutierte Frage begibt sich die Stadtführung an Wirkungsstätten und Erinnerungsorte von Paul Julius Möbius, Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich Nietzsche, Karl May, Christian Dietrich Grabbe, E.T.A. Hoffmann, Robert Schumann u.a. Künstlern, Ärzten und Persönlichkeiten.
9 EUR / erm. 7 €
Treffpunkt: Naturkundemuseum

15. März um 19:00 Uhr
"Psychiatrie in der DDR"
Beiträge zur Geschichte Vortrag mit Ekkehardt Kumbier (Hg.), Holger Steinberg (Hg.)
Moderation: Thomas R. Müller
In Kooperation mit: be.bra verlag Die Psychiatrie in der DDR rückte in den letzten Jahren sukzessive in den Blickpunkt der historischen Forschung. Verschiedene Teilbereiche, wie etwa die Auseinandersetzung mit sozialpsychiatrischen Reformen, die Entwicklung der Psychotherapie, das Verhältnis von Psychiatrie und Staatssicherheit und in diesem Zusammenhang die immer wieder aufgeworfene Frage nach dem Missbrauch der Psychiatrie in der DDR, waren dabei von besonderem Interesse. Mittlerweile ist die Forschungslandschaft breit gefächert. Ekkehard Kumbier und Holger Steinberg versuchen, diesem breiten Spektrum Rechnung zu tragen. Sie führen zum ersten Mal wissenschaftliche Arbeiten zusammen, die von verschiedenen Projektgruppen oder Einzelpersonen vorgelegt wurden.

16. März um 17.30 Uhr
Cornelia Lotter:" Birkensommer"
Die 25-jährige Elisabeth scheint für ihre Umgebung etwas merkwürdig, da sie lieber zeichnet und Klavier spielt, als den Eltern bei der Bewirtschaftung des Hofes zu helfen. Durch ein dramatisches Ereignis fällt sie in eine tiefe Depression und soll in der Landesheilanstalt Stadtroda genesen. Wovon die Eltern jedoch nichts wissen, ist das Vorhaben von Hitler und seinen willigen Vollstreckern in weißen Kitteln, »lebensunwertes Leben« in der Aktion T4 zu beenden. Als sie die Gefahr erkennen, versuchen Elisabeths Eltern das Unabwendbare zu verhindern. In Kooperation mit: Selfpublisher-Verband e.V.

16. März um 19:30 Uhr
J. J. Voskuil:
"Das Büro"
Lesung und Gespräch
mit Gerd Busse und Wolfgang Schiffer Moderation: Ulrich Faure
2017 ist der siebente und letzte Band des Romanzyklus „Das Büro“ von J. J. Voskuil in der Übersetzung von Gerd Busse im Verbrecher Verlag erschienen. Voskuil schildert darin mit großer Detailfreude den Büroalltag - ein süchtig machendes Vergnügen, das seit einigen Jahren jeweils zur Leipziger Buchmesse im Sächsischen Psychiatriemuseum von Gerd Busse (Einführung), Wolfgang Schiffer (Lesung) und Ulrich Faure (Moderation) zelebriert wird. In Kooperation mit Verbrecher Verlag und Nederlands Letterenfonds

17. März um 15:30 Uhr
Wolfgang Werner,
"Im Herzen meines Herzens!"
Kunstreise durch das Land der Psychiatrie
Im dritten Band der »Kunstreise durch das Land der Psychiatrie« wandert Wolfgang Werner mit seinen Lesern ins Elsaß, durch Lothringen, in das Saarland und schließlich durch die Ardennen. Er sucht die Stätten des kulturellen Erbes auf und fragt, was die Seele vor Schäden bewahrt, wie man helfen kann mit der Kraft des Glaubens und den Mitteln der Schulmedizin. Er fragt, wie es ist, mit Behinderung und Unvollkommenheit zu leben. Beim Abschied wendet er sich noch einmal, stellvertretend für alle Menschen, besonders intensiv der Seele Hamlets zu.
In Kooperation mit: dgvt-Verlag
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17. März um 19:30
Lydia Benecke,
"Frauen als Täterinnen"
Multimedialer Vortrag Mütter, Töchter, Geliebte - gegen wen richtet sich ihre Gewalt? Lydia Benecke ist Psychologin und Therapeutin, ihr neustes Buch »Psychopathinnen«, widmet sie dem weiblichen Bösen. Sie arbeitet mit Straftäterinnen im Vollzug und hält Vorträge, auch vor Laienpublikum. Ihre jahrelange Arbeit macht sie zur kompetenten Psychologin zum Thema Frauen als Gewalttäterinnen: Frauen sind wehrlos, sie leiden, sie dulden, können aber ebenso grausam und skrupellos töten wie Männer.
Die Autorin analysiert neuste Forschungsergebnisse über Psychopathie und zeigt in aktuellen Fällen, wie Frauen agieren.
Veranstalter: Bastei Lübbe
Veranstaltungsort:
Durchblick e.V./Sächsisches Psychiatriemuseum
Mainzer Str. 7, 04109 Leipzig
Der Eintritt zu den Veranstaltungen ist frei. Eine Reservierung von Plätzen ist nicht möglich.


Vorschau
Museumsnacht Halle/Leipzig

5. Mai 2018
Motto: KULT


3.2. Ausstellungen
"Die Seele ist ein Oktopus"
Antike Vorstellungen vom belebten Körper
bis 15. Juli 2018 täglich von 9 bis 19 Uhr im Foyer des Klinikum Christophsbad Eine Ausstellung des MuSeele
Die Ausstellung bezieht sich auf die antiken Vorstellungen vom belebten Körper. Woraus besteht die Seele, wo ist ihr Sitz im Körper, wie steuert sie ihn? Was geschieht, wenn ein Mensch krank wird und was trägt zu seiner Heilung bei? Antike Mediziner und Philosophen, wie etwa Aristoteles und Galen oder die Stoiker suchten darauf eine Antwort. Der Grafiker Christoph Geiger hat deren Auffassungen in großformatigen Bildern umgesetzt. Die Ausstellung wurde zunächst im Berliner Medizinhistorischen Museum der Charité und dann im Deutschen Medizinhistorischen Museum in Ingolstadt gezeigt. Weitere Informationen zur Ausstellung und dem Begleitprogramm: www.museele.de


Das Team als Kurator
Neues und Unbekanntes aus der Sammlung Prinzhorn
bis 15. April 2018
Sammlung Prinzhorn, Heidelberg

4. Buchempfehlungen

„Den Opfern ihren Namen geben“
Biographische Porträts von Opfern der NS-Tötungsanstalt Pirna Sonnenstein
Hrsg. Stiftung Sächsische Gedenkstätte/Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein
Mit weiteren Ausgaben der biographischen Porträts von Opfern der NS-Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein setzen die Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein und die Stiftung Sächsische Gedenkstätten die Schriftenreihe fort. Die im handlichen Format und mit einem orangefarbenen Cover gestalteten Hefte vermitteln durch Texte, Fotos und Dokumente einen Einblick in die Lebensgeschichten einzelner Opfer.
Bei Dr. Felix Voigt (1888-1940), Landgerichtsrat in Chemnitz, wurde 1933 eine Nervenerkrankung festgestellt. Von der Städtischen Nervenklinik kam er in die Psychiatrische und Nervenklinik der Universität Leipzig, wo eine »Progressive Paralyse« diagnostiziert wurde. Nach seiner Entlassung beschwerte er sich über die inzwischen erfolgte Versetzung in den Ruhestand. 1935 wurde er in die Landesheil- und Pflegeanstalt Zschadraß eingewiesen und von dort im Juli 1940 nach Pirna-Sonnenstein verlegt und ermordet.
Auguste Warmuth, geb. Bald (1905-1941), stammte aus Karlstadt am Main. 1929 heiratete sie den Kaufmann Gustav Warmuth und brachte zwei Söhne zur Welt. Wahrscheinlich infolge eines Unfalls zeigten sich Verhaltensauffälligkeiten, sodass ihr Ehemann sie 1935 in einer Privatklinik unterbrachte. Die Kinder wurden von Verwandten versorgt. 1936 holte er sie gegen ärztlichen Rat nach Hause. Doch die erhoffte Besserung des Krankheitszustandes blieb aus. In der Psychiatrischen und Nervenklinik Würzburg wurde eine Schizophrenie diagnostiziert. Auguste Warmuth litt unter starker Erregbarkeit und wurde von Schuldgefühlen geplagt, die wahrscheinlich mit dem Verlust ihrer Söhne zusammenhingen. Sie wurde in die unterfränkische Heil- und Pflegeanstalt Werneck weiterverlegt. Nach der Räumung der Anstalt kam sie mit einem Transport nach Arnsdorf und schließlich nach Pirna-Sonnenstein, wo sie Anfang Februar 1941 getötet wurde.
Ein Opfer der dezentralen »Euthanasie« war Wilhelm Sonnenberg (1902-1944). Er wurde in Köln geboren. Die Eltern starben früh. Als Kind erlitt er mehrere Unfälle, die vermutlich sein Gehör schädigten. Er kam auf eine Taubstummenschule und machte später eine Ausbildung zum Schumacher. Seit 1928 arbeitete er als Gärtner in einem Altersheim. Nach Konflikten mit den Arbeitskollegen wurde er 1932 in die Provinzial-Heil-und Pflegeanstalt Bonn gebracht. Trotzdem er offenbar über ein gutes Allgemeinwissen verfügte, diagnostizierten ihn die Ärzte, wohl aufgrund der fehlenden Sensibilität für seine Taubstummheit, als schwachsinnig. Während des Aufenthalts in verschiedenen Anstalten drängte er zunächst noch auf seine Entlassung, doch mit der Dauer der Internierung nahm seine Arbeitsmotivation ab und er zog sich immer mehr zurück. 1943 wurde er in das Carola-Pflegeheim in Hilbertsdorf bei Freiberg gebracht und 1944 nach Kosmanos im Protektorat Böhmen und Mähren verlegt. Am 1. Dezember 1944 starb Wilhelm Sonnenberg, offiziell an Tuberkulose.
Bisher sind 23 biographische Porträts erschienen, die auf der Homepage der Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein bestellt werden können:
biographische Porträts

5. Ihre Unterstützung

Für die Finanzierung unserer Arbeit sind wir auf Drittmittel angewiesen. Dabei hilft uns jede Spende. Auf Wunsch stellen wir Ihnen gern eine Spendenquittung aus.

Spendenkonto:
Konto-Nr.: 3 52 14 07
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BLZ: 860 205 00
Bank für Sozialwirtschaft
Stichwort: Psychiatriemuseum

6. Abonnement und Kontakt

Um den Newsletter abzubestellen oder mit uns Kontakt aufzunehmen, schicken Sie bitte eine Mail an:

7.Impressum

Herausgeber:Sächsisches Psychiatriemuseum
des Vereins Durchblick e.V.
Verantwortlich im Sinne des Presserechts: Thomas R. Müller

Redaktionsschluss: 1. März 2018

www.psychiatriemuseum.de
www.durchblick-ev.de

© Sächsisches Psychiatriemuseum Mainzer Straße 7  04109 Leipzig

 

 

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